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Eismeister Zaugg: Robert Mayer bringt die Berner Fans gegen sich auf

Torhueter Robert Mayer (GSHC) jubelt nach dem Sieg im Penaltyschiessen im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem Geneve-Servette HC, am Freitag, 2. Oktober 2026 ...
Robert Mayer hat die SCB-Fans gegen sich aufgebracht – aber nicht nur wegen seiner Spitzenleistung. Bild: keystone
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Eine historische Strafe und fast endlose Geduld für den SCB-Wettermacher

Die SCB-Fans waren nach der 2:3-Niederlage gegen Servette enttäuscht. Aber Servettes Torhüter Robert Mayer hat ihnen eine historische Strafe und Gesprächsstoff beschert.
03.10.2026, 10:4003.10.2026, 10:40

Das Publikum ist aufgebracht. Servettes Torhüter Robert Mayer wird während der Penalty-Entscheidung ausgepfiffen und verschwindet nach der Partie unter Schmähungen von den Rängen im Bauch des Stadions.

Was ist passiert?

Mayer lässt sich in der Penalty-Entscheidung nacheinander von Emil Bemström, Dario Rohrbach, Rodwin Dionicio, Rodrigo Abols und Benjamin Baumgartner nicht bezwingen. Zuvor hatte er im Spiel bereits 94,44 Prozent der Pucks pariert. Jimmy Vesey versenkt seinen Penalty gegen Connor Hughes als einziger und das reicht zum Sieg für Servette (3:2 n.P.) Robert Mayer ist hinter Stéphane Charlin zwar nur noch die Nummer 2. Aber er hat am Freitagabend in Bern mit ziemlicher Sicherheit die beste Partie seit der Meistersaison 2022/23 geliefert. Damals war er der beste Torhüter und MVP der Liga.

Simon Le Coultre (GSHC), Torhueter Robert Mayer (GSHC), Marco Mueller (SCB), Mika Henauer (GSHC) und Matthew Verboon (GSHC), von links, in Aktion im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League z ...
Robert Mayer hielt den Berner Angriffsbemühungen nicht nur im Penaltyschiessen stand.Bild: keystone

Die SCB-Fans bringt er nicht mit seinen Paraden gegen sich auf. Er provoziert die Berner während der Penalty-Entscheidung durch Spielverzögerung. Indem er sich provokativ lange Zeit lässt, bis er für die Penalty-Ausführung bereit ist. Die SCB-Stürmer müssen warten. Schiedsrichter Daniel Piechaczek (die Refs hatten die Partie hervorragend geleitet) bestätigt diesen «Tatbestand»:

«Wir haben ihn deswegen ermahnt und weil das nicht geholfen hat, dann mit einer Strafe belegt.»

Und ja, er könne sich nicht erinnern, je in seiner Karriere eine Strafe während einer Penalty-Entscheidung ausgesprochen zu haben. Er ist seit mehr als 15 Jahren im Geschäft.

In der Tat ist die Zehnminuten-Strafe gegen Robert Mayer wegen unsportlichem Verhalten während der Penalty-Entscheidung in Bern ein historisches Ereignis. Seit im Herbst 2006 die Entscheidung während der Qualifikation – falls erforderlich – mit Penaltys ermittelt wird, musste bisher erst ein einziges Mal eine solche Strafe ausgesprochen werden. Am 26. Januar 2013 besiegt Kloten – damals noch ein Spitzenteam – den EV Zug nach Penaltys 3:2. Zugs Schillerfalter Linus Omark scheitert an Klotens Goalie Ronnie Rüeger. Es kommt zu einer Auseinandersetzung. Omark kassiert eine Strafe wegen übertriebener Härte, Rüeger eine wegen Stockschlages.

Und nun ist Robert Mayer am Freitagabend in Bern mit einer Zehnminutenstrafe (unsportliches Verhalten) sanktioniert worden. Er durfte im Tor bleiben und musste deswegen weder auf die Strafbank noch in die Kabine. Einfluss hatten seine Provokationen offensichtlich keine. SCB-Topskorer Dario Rohrbach sagt zu diesem Vorfall, er könne verstehen, dass sich das Publikum aufgeregt habe.

«Aber für mich spielte es keine Rolle.»
PostFinance Top Scorer Dario Rohrbach (SCB), rechts, und Jan Rutta (GSHC) in Aktion im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem Geneve-Servette HC, am Freitag, 2. ...
Dario Rohrbach ist in der bisherigen Saison Berns Topskorer.Bild: keystone

Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Das unsportliche Verhalten des Servette-Goalies wird nicht als Ausrede für das Penalty-Versagen vorgebracht. Der SCB hat bereits zum zweiten Mal in dieser Saison nach Penaltys verloren: 2:3 gegen Ajoie und nun 2:3 gegen Servette. Polemik?

Nein. Wenn Dario Rohrbach sagt, es fehle noch die Präzision im Offensivspiel und dadurch die Automatismen, dann gibt ihm die Statistik recht: Beim SCB sind bisher pro Partie 35,86 Torschüsse notiert worden. Der zweitbeste Wert der Liga nach Tabellenführer ZSC Lions. Letzte Saison betrug der Schnitt 30,35 Abschlüsse. Nach gut sieben Jahren Schablonenhockey braucht die Umstellung auf «freies» Offensivhockey halt schon ein wenig Zeit. Auch ein Sturm muss sich erst zusammenbrauen. Der offensive SCB-Wettermacher Serge Aubin darf mit viel, mit fast endloser Geduld rechnen.

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